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Psychiatrie-Neubau:

Planungsauftrag vergeben

Büro „v-Architekten" erhält Auftrag zur Planung des Psychiatrie-Neubaus

Vergabe Neubau Psychiatrie


Das Büro „v-Architekten" aus Köln wird den Auftrag zur Planung des Neubaus der Psychiatrie am Krankenhaus Tauberbischofsheim erhalten. Dies hat der Aufsichtsrat der Krankenhaus und Heime Main-Tauber GmbH (KHMT) am Freitag, 16. Dezember 2011, beschlossen, wie der Aufsichtsratvorsitzende Landrat Reinhard Frank mitteilte. „Damit wurde ein weiterer großer Schritt zur Sicherung des Krankenhausstandortes Tauberbischofsheim getan", sagte Landrat Frank. „Der Neubau wird eine moderne und zeitgemäße Behandlung in der Hauptfachabteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Betrieb sicherstellen, über Jahrzehnte dem Wohl der Patienten dienen und einen städtebaulichen Akzent setzen", ist Landrat Frank überzeugt. Der Vergabe der Planungsleistungen war ein europaweit ausgeschriebener Architektenwettbewerb vorausgegangen. Insgesamt soll der Neubau rund 20,4 Millionen Euro kosten. Der Spatenstich soll Anfang 2013 erfolgen, die Fertigstellung ist für 2014 vorgesehen.

Das Büro „v-Architekten" wird nun seinen im Rahmen des Architektenwettbewerbs prämierten Entwurf detailliert ausarbeiten. Das Krankenhaus soll um einen dreiflügeligen, kleeblattartigen Neubau erweitert werden, der mit dem Bestand zu einer Einheit verschmilzt. Dabei legen die Architekten Wert auf einen schonenden Umgang mit den Freiflächen und der attraktiven Hanglage. Der Eingangsbereich der Klinik wird als „Visitenkarte" ganz neu geprägt. Der weich geschwungene, kompakte Baukörper ermöglicht einen geringen Fußabdruck des Gebäudes mit relativ großen, parkähnlichen Freianlagen. Die geometrische Ausrichtung ergibt sich aus der Idee, einen möglichst großen Teil der Räume auf den attraktiven Talblick auszurichten. Die Höhenstaffelung des Gebäudes passt sich an die umgebende Bebauung an und erhält größtenteils den Ausblick aus den westlichen Räumen des Hauptgebäudes. Die weichen, geschwungenen Formen und kontinuierlichen Linien sollen sich mit dem Landschaftsraum verbinden, die orthogonale bauliche Struktur des Bestandes wird aufgebrochen. Die Haupterschließungsfläche vor dem neuen Haupteingang wird neu geordnet. Die Patientenvorfahrt, die Anbindung der Ambulanz sowie des Parkplatzes werden entflechtet. Das neue vorgelagerte Entree wird Alt- und Neubau verbinden und auch Platz für eine Cafeteria mit Außenbereich bieten. Der zentrale Empfang als übersichtliche erste Anlaufstelle dient als Verteiler zu den einzelnen Abteilungen. Der Neubau verfügt über einen separaten, überdachten Zugang zur Tagesklinik im Bereich der Durchfahrt zur Dialyse. Die kompakte Gebäudeform ermöglicht eine sehr wirtschaftliche innere Erschließung. Die Verkehrsgänge sind als Rundwege konzipiert. Ausweitungen, Verengungen, Kurven und Ausblicke begleiten das Gehen im Neubau dynamisch. Lichthöfe sowie Ausblick- und Verweilmöglichkeiten prägen die attraktive Gestaltung des Innenbereichs. Die einzelnen Abteilungen und Bereiche wie zum Beispiel die Kinder- und Jugendpsychiatrie können leicht abgetrennt werden. Insgesamt wird das neue Gebäude eine Bruttogrundfläche von rund 7800 Quadratmetern und einen Bruttorauminhalt von 30 000 Kubikmetern aufweisen.

Der Beauftragung des Büros v-Architekten war ein begrenzt offener Realisierungswettbewerb vorausgegangen, den die Siedlungswerk Infrastrukturbau GmbH aus Stuttgart im Auftrag der KHMT durchführte. Dabei waren zunächst bis 11. April 2011 74 Bewerbungen von Architekturbüros eingegangen. Eine Bewerbung konnte aus formalen Gründen nicht zum Auswahlverfahren zugelassen werden. Die übrigen 73 Bewerbungen wurden durch ein Auswahlgremium entsprechend der Kriterien der Auslobung mit Punkten bewertet. Daraus ergab sich, dass 45 Bewerber für die Teilnahme am Planungswettbewerb qualifiziert waren. Zusätzlich zu drei gesetzten Architekturbüros aus dem Main-Tauber-Kreis, die sich jeweils mit erfahrenen Krankenhausplanern zusammengetan hatten, wurden unter notarieller Aufsicht aus den 45 qualifizierten Bewerbern zwölf Teilnehmer ausgelost, darunter einer aus der Kategorie „Berufsanfänger". Die 15 zur Teilnahme berechtigten Büros reichten fristgemäß ihre Pläne und Modelle ein. In einer Sitzung des Preisgerichtes am 5. Juli 2011 wurden drei Arbeiten mit einem dritten Preis ausgezeichnet. Die drei prämierten Büros wurden aufgefordert, ihre Pläne jeweils in bestimmten Punkten noch zu optimieren. In einer Vergabesitzung wurden die überarbeiteten Pläne von Vertretern der KHMT, des Preisgerichts und der künftigen Nutzer im Hinblick auf die funktionalen Anforderungen, die Gestaltung und die Wirtschaftlichkeit (Gewichtung jeweils 30 Prozent) und das Honorarangebot (Gewichtung zehn Prozent) bewertet. Dabei erhielt der Entwurf des Büros v-Architekten die höchste Punktzahl und wurde von dem Gremium zur Umsetzung empfohlen. Die Kosten dieses Entwurfs liegen nach den aktuellen Berechnungen zudem um zwei Millionen Euro unter denen des zweitplazierten Entwurfs. Der Aufsichtsrat der KHMT stimmte der Beauftragung des Büros „v-Architekten" zu. lra






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